wie konnte er es ihnen sagen, wie worte finden für etwas, das sie nicht verstehen würden. haben ihn all die erfahrungen der vergangenheit kalt und hart gemacht, das fragte er sich manchmal. vielleicht haben sie etwas von seiner naivität genommen, seinem blinden glauben an die menschen, aber immer noch ist er um sie bemüht, immer noch versucht er einen weg für sie zu finden, der sie ohne hass und gewalt an ein gemeinsames ziel führt - denn im grunde sind sie doch auch füreinander da - um des anderen wegen. "hast du nie gelernt alleine zurechtzukommen?" ja, er hatte gelernt allein zu funktionieren. die einsamkeit ist ein geduldiger lehrer und er war ein guter schüler. oft suchte er die verlassenheit, die fremde von den menschen, um so sich selbst und auch den anderen noch näher zu kommen. ein leben ist eine zu geringe zeit, um sich gänzlich zu begreifen - das wusste er, aber er hatte nunmal nur dieses eine und er musste es trotzdem versuchen. "ist das nicht absurd?" das ist es und es war ihm vertraut - er hatte es schon viele male erfahren, dieses gefühl, dass nichts sinn macht, aber gerade deswegen lehnte er den selbstmord ab. er wollte die bitterkeit des lebens auskosten, dem scheitern den sinn verwähren und ankämpfen gegen dieses, das unausweichlich über allem hängt. "und warum wirst gerade du nicht daran zu grunde gehen?" er sagte lautlos zu sich, weil ich ein wahrer krieger bin.
31.10.2006
 
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